Multiple Sklerose Tagesklinik und Sprechstunde

Die Multiple Sklerose Tagesklinik (MSTK) verbindet Patientenversorgung und klinische Forschung mit dem Ziel die Therapie von Multiple Sklerose-Betroffenen zu verbessern. Im Fokus der MSTK steht die diagnostische Abklärung einer möglichen MS sowie die Beratung und Durchführung von Immuntherapien inkl. der Therapie komplizierter Schübe. Darüber hinaus werden in der MSTK verschiedene klinische Studien durchgeführt.

Ziel ist stets eine Medizin, die die Bedürfnisse und das Selbstverständnis der Patienten ins Zentrum stellt und die gekennzeichnet ist von einer ärztlich begleiteten Patientenautonomie in Entscheidungen zu Diagnostik und Therapie. Wissenschaftliche Untersuchungen umfassen neue Therapieansätze sowohl auf molekularer Ebene als auch Lebensstilverhalten wie z.B. Sport, Diät. Kognitiv-behaviorale Interventionen (z.B. Depressionsmanagement) und Schulungsprogramme (z.B. Schubmanagement) werden als strukturierte Therapien in Einzelgesprächen, als Gruppenschulungen und zunehmend als interaktive webbasierte Interventionen entwickelt und implementiert. Weitere Schwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie neuropsychiatrischer Störungen (Fatigue, kognitives Defizit und Depression) sowie die Identifikation spezifischer Marker zur Abschätzung des Krankheitsverlaufes und der Prognose wie auch des Ansprechens auf Therapien.

Neuroimmunologische und neuroinfektiologische Ambulanz

In unserer Hochschulambulanz haben wir uns auf seltene neuroimmunologische und neuroinfektiologische Erkrankungen spezialisiert. Dies sind bspw. die Neurosarkoidose, Neuromyelitis optica Spektrumerkrankungen, autoimmune Enzephalitiden, primäre Vaskulitis des zentralen Nervensystems sowie genetische Erkrankungen, die zu neuroinflammatorischen Erkrankungen führen (u.a. Interferonopathien).

Weiterhin diagnostizieren und behandeln wir in Kollaboration mit der Rheumatologischen Klinik neurologische Manifestationen rheumatologischer Erkrankungen (z.B. M. Behçet, systemischer Lupus erythematodes, systemische Vaskulitiden). Eine enge Zusammenarbeit besteht zudem mit dem MVZ Infektiologie des UKE mit denen wir Patienten mit neuroinfektiologischen Erkrankungen betreuen (HIV-Enzephalopathien, Syphilis, Borreliose, Tuberkulose, Virus-vermittelte oder chronische Meningitiden und Enzephalitiden).

Terminvergabe

Für den ambulanten Erstkontakt ist eine Überweisung vom Hausarzt oder Facharzt erwünscht. Die Terminvergabe erfolgt nach telefonischer Voranmeldung.

Bitte denken Sie daran, vorhandene Vorbefunde und MRT-Bilder (vorzugsweise auf CD) mit zu uns in die Sprechstunde zu bringen – und kommen Sie bitte ausgeschlafen zur Untersuchung!

Kontakt

Multiple-Sklerose-Tagesklinik und Sprechstunde
Neurologische Poliklinik, Haus W 34
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Telefon: +49 (0) 40 7410 – 22399
Fax: +49 (0) 40 7410 – 56973
E-Mail: multiplesklerose@uke.de

Laufende Studien

Projekttitel IDEMS – Internet-delivered depression treatment for pwMS
Hintergrund Depressionen bei MS sind häufig. Gut geprüfte Therapien liegen nicht vor. Eine Vorstudie hat zeigen können, dass „Deprexis“, ein interaktives webbasiertes Depressionstherapieprogramm depressive Beschwerden bei MS lindern kann.
Methode Randomisiert-kontrollierte Studie, die 2 verschiedene webbasierte Beratungsformen mit Standardversorgung vergleicht. Eingestzt wird „MS-Deprexis“in 2 deutschen und 3 amerikanischen Zentren.
Dauer/Aufwand 8 Wochen Therapiedauer, 2 Besuche im Zentrum (zu Beginn und zum Ende, ca. 3 Stunden) ca. 2 Chats/Woche
Gesucht Patienten mit MS, die depressive Beschwerden haben (insgesamt 300)
Start Studie läuft
Förderung Amerikanische MS-Gesellschaft (NMSS)
Anfragen multiplesklerose@uke.de oder idems@uke.de oder 040 7410 54076
Projekttitel PexMS – Patient experiences in MS
Hintergrund Neben Sachinformationen sind für MS-Betroffene auch persönliche Erfahrungen anderer Patienten wichtig zum Umgang mit der Erkrankung und möglicherweise vor allem für Therapieentscheidungen. Systematische Sammlungen von Patientenerfahrungen bei MS liegen bislang nicht vor. Diese sollen jetzt nach einem internationalen Standard zusammengestellt werden.
Methode Es werden 50 Videos von Betroffenen zu ihren Krankheits- und vor allem Therapieerfahrungen gesammelt und ausgewertet. Diese werden thematisch geordnet auf einer Website als kurze Videoclips zur Verfügung gestellt werden. Eine kontrollierte Studie zur Bewertung ist geplant.
Dauer/Aufwand 1 Stunde Video oder Audiointerview
Gesucht Patienten mit Immuntherapieerfahrung, vor allem Ocrelizumab, Alemtuzumab
Start 05/2018
Förderung Roche Pharma
Anfragen multiplesklerose@uke.de oder 040 7410 54076

Abgeschlossene Studien

Projekttitel AERCONN – Aerobic training and connectivity in MS
Hintergrund Untersuchungen mit Ausdauertraining bei Gesunden sowie Vorstudien haben zeigen können, dass Sport möglicherweise Hirnleistungen bei MS verbessern kann.
Methode Randomisiert kontrollierte Studie mit 60 schubfömigen MS-Patienten, die 12 Wochen auf einem Ergometer trainiert haben oder in der Wartegruppe erst nach 12 Wochen trainiert haben. Zielpunkt der Studie war die verbale Lernfähigkeit und das verbale Gedächtnis sowie andere Hirnleistungsfunktionen.
Ergebnis Bei insgesamt wenig Hirnleistungseinschränkungen kein Effekt des Ergometertrainings auf Hirnleistung. Insgesamt nur geringe Zunahme der Fitness.
Schlußfolgerung Wo kein Defizit ist, kann man auch nichts verbessern. Training 2-3/Woche im UKE ist schwer umzusetzen.
Perspektive Neue Studie bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen. Training eher zuhause.
Publikation Baquet L et al. 2019
Finanzierung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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